Collagen
Bilder aus Papier,
das schon woanders war
Ich reisse und schneide auseinander, was andere weggelegt haben, und setze es neu zusammen. Nicht nach Plan. So lange, bis ein Bild dasteht, das mich anschaut. Manche nenne ich Seelencollagen, weil darin etwas landet, das ich vorher nicht in Worte gebracht hätte. Zu jeder gehört eine Stimme.
Aktuell: Vier dieser Collagen zeige ich zum ersten Mal öffentlich an einer Ausstellung am 26. und 27. September im Giesserei-Saal an der Ida-Sträuli-Strasse 73 in Winterthur.
Wie so ein Bild entsteht
Ich fange mit einem Stapel Zeitschriften an und blättere, bis mich etwas anzieht. Ein Stück Himmel, eine Wiese, ein Gesicht, manchmal nur eine Farbe, die mich nicht mehr loslässt. Das reisse ich heraus und lege es zu dem, was schon da liegt.
Dann dauert es. Ich verschiebe, nehme wieder weg, lasse es liegen und komme ein paar Tage später zurück. Irgendwann will ich nichts mehr verändern und dann ist es fertig. Das merke ich nicht im Kopf, sondern im Bauch, und ich habe gelernt, darauf zu hören.
Papier mit Vorleben
Alles, was ich verwende, war schon einmal etwas anderes. Eine Seite aus einem Heft, das ausgelesen im Stapel lag, bringt eine Spur mit, die ich nicht erfinden könnte.
Kein Plan, aber eine Richtung
Ich skizziere nicht vor. Ich fange an und schaue, wohin es geht. Was am Ende zu sehen ist, war am Anfang selten meine Idee.
Alles von Hand
Geschnitten, gerissen, geklebt, in Winterthur. Die grossen Formate sind 50 × 70 und gerahmt, jedes ein Unikat.
Zu jedem Bild eine Stimme
Ein Bild kann man anschauen. Mit einer Stimme dazu kann man hineingehen. Zu jeder Collage nehme ich ein Audio auf: sechs bis zehn Minuten, in denen ich dich mitnehme. Keine Erklärung, keine Kunstgeschichte.
Das interessiert mich im Moment am meisten: was passiert, wenn zu einem Bild jemand spricht. Zu hören gibt es die Audios vor Ort in der Ausstellung — oder daheim über den QR-Code auf einer kleinen gedruckten Collage in A5.
Ganz zu sehen sind sie zuerst an der Ausstellung
Hier oben stehen Ausschnitte, und das bleibt vorläufig so. Ein Bild in 50 × 70, mit einer Stimme im Ohr und Zeit dafür, ist etwas anderes als ein Foto auf dem Handy. Nach der Ausstellung stelle ich die Collagen hier in Ruhe vor.
Hast du alte Hefte?
Deine ausgelesenen Zeitschriften werden zu Bildern
Ich sammle Hefte mit schönen Bildern: Landliebe, Flow, Reise- und Naturmagazine, alles mit grossen Fotos und guten Farben. Wenn bei dir ein Stapel herumliegt, den du nicht mehr brauchst: melde dich. Ich hole ihn gerne ab.
Es macht mir Freude, wenn ein Heft nicht im Altpapier endet, sondern irgendwann bei jemandem an der Wand hängt.

